Blog-Themen finden: Wie die Google Search Console neue Chancen zeigt
Neue Blog-Themen lassen sich auf vielen Wegen finden. Man kann Keyword-Werkzeuge nutzen, Wettbewerber beobachten oder bei Google nach häufigen Fragen suchen.
Manchmal liegt das nächste Thema aber bereits auf der eigenen Website.
Die Google Search Console zeigt, über welche Suchanfragen eine Seite bei Google erscheint. Darunter können Begriffe stecken, für die der vorhandene Beitrag ursprünglich gar nicht geschrieben wurde.
Genau das ist bei der Auswertung einer regionalen Website passiert.
Eigentlich wollte ich nur prüfen, wie sich ein bestehender Beitrag entwickelt hat. Am Ende stand die Idee für eine völlig neue Seite fest.
Der Ausgangspunkt: ein erfolgreicher Beitrag über Ausflugsziele
Auf der Website lothra.de gibt es einen Beitrag über Ausflugsziele am Thüringer Meer.
Der Beitrag informiert über den Hohenwarte-Stausee, den Bleiloch-Stausee und verschiedene Sehenswürdigkeiten in der Region. Dazu gehören Wanderwege, Aussichtspunkte, die Fahrgastschifffahrt und die Hohenwarte-Staumauer.
Die Seite entwickelte sich bei Google sichtbar weiter. Deshalb wollte ich genauer wissen, was dahintersteckt.
In der Google Search Console filterte ich ausschließlich nach dieser einen Seite:
https://lothra.de/thueringer-meer-ausflugsziele
Danach verglich ich verschiedene Zeiträume miteinander:
- die letzten sechs Monate mit den vorherigen sechs Monaten
- die letzten drei Monate mit den vorherigen drei Monaten
- die letzten 28 Tage mit den vorherigen 28 Tagen
Zuerst zeigten die Zahlen eine starke Entwicklung
Der Vergleich über sechs Monate fiel deutlich aus.
Die Seite erreichte:
- 524 statt 77 Klicks
- 18.423 statt 5.090 Impressionen
- eine Klickrate von 2,84 statt 1,51 Prozent
- eine durchschnittliche Position von 6,82 statt 12,72
Google zeigte den Beitrag also wesentlich häufiger an. Gleichzeitig verbesserten sich die Positionen.
Der Vergleich der letzten 28 Tage sah zunächst anders aus. Die Klicks sanken von 119 auf 89. Auch die Impressionen gingen von 3.867 auf 2.875 zurück.
Ein solcher Rückgang kann schnell beunruhigen. Doch die durchschnittliche Position blieb nahezu gleich. Auch die Klickrate veränderte sich kaum.
Die Seite hatte somit nicht plötzlich ihre Platzierungen verloren.
Das Wetter in Thüringen war schlecht. Gleichzeitig endeten in vielen Bundesländern die Sommerferien. Dadurch suchten weniger Menschen nach Ausflugszielen am Thüringer Meer.
Der Rückgang ließ sich daher mit einer sinkenden Nachfrage erklären. Er deutete nicht auf ein grundsätzliches Problem bei Google hin.
Damit hätte die Auswertung eigentlich beendet sein können.
Doch die interessanteste Information stand nicht in den Gesamtzahlen.
Die Suchanfragen zeigten ein neues Thema
In der Google Search Console lässt sich nicht nur erkennen, wie viele Klicks und Impressionen eine Seite erhält.
Sie zeigt auch die Suchanfragen, bei denen Google die Seite eingeblendet hat.
Zwischen den erwartbaren Begriffen rund um Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten standen mehrere Urlaubsanfragen:
- „Thüringer Meer Urlaub“
- „Urlaub am Thüringer Meer“
- „Urlaub Thüringer Meer“
- „Hohenwarte Stausee Urlaub“
- „Thüringer Wald Urlaub am See“
- „Thüringer Meer Übernachtung“
Das war auffällig.
Der vorhandene Beitrag behandelt hauptsächlich Ausflugsziele. Trotzdem ordnete Google ihn bereits bei Suchanfragen rund um Urlaub und Übernachtung ein.
Für „Thüringer Meer Urlaub“ verzeichnete die Seite in sechs Monaten 189 Impressionen.
Bei „Urlaub am Thüringer Meer“ waren es 85 Impressionen.
„Urlaub Thüringer Meer“ brachte weitere 72 Impressionen.
Diese Zahlen sind noch kein klassisches Suchvolumen. Sie zeigen nur, wie oft genau diese Seite bei den jeweiligen Suchanfragen eingeblendet wurde.
Trotzdem entstand ein klares Muster.
Google verband die Website bereits mit dem Thema Urlaub am Thüringer Meer.
Eine einzelne Suchanfrage reicht noch nicht
Nicht jede ungewöhnliche Suchanfrage ist automatisch ein neues Blog-Thema.
Manche Begriffe erscheinen nur einmal. Andere passen nur am Rand zur Website. Bei weiteren Suchanfragen besteht kaum eine Chance auf gute Platzierungen.
Deshalb sollte eine Idee aus der Google Search Console immer genauer geprüft werden.
In diesem Fall sprachen mehrere Punkte für das Thema:
- Es erschienen verschiedene Suchanfragen mit derselben Absicht.
- Die Begriffe passten zur behandelten Region.
- Google zeigte die vorhandene Seite bereits dafür an.
- Das Thema Urlaub unterschied sich trotzdem klar vom Thema Ausflugsziele.
- Eine eigene Seite könnte die Urlaubsfrage ausführlicher beantworten.
Damit war das mögliche Thema gefunden.
Ob daraus wirklich ein neuer Beitrag werden sollte, war aber noch nicht entschieden.
Das Suchvolumen brachte die Überraschung
Im nächsten Schritt prüfte ich die Begriffe mit einem Keyword-Werkzeug.
Das Ergebnis für „Urlaub am Thüringer Meer“ war deutlich stärker als erwartet:
- Suchvolumen: 260
- SEO-Schwierigkeit: 17
- Klickpreis: 0,49 Euro
Im Juli lag das angezeigte Suchvolumen sogar bei 720.
Auch verwandte Begriffe waren interessant:
„Thüringen Urlaub am See“ hatte ein Suchvolumen von 320 und eine SEO-Schwierigkeit von 16.
„Thüringer Meer Übernachtung“ erreichte ein Suchvolumen von 170 bei einer SEO-Schwierigkeit von ebenfalls 16.
Damit war klar: Hinter den wenigen sichtbaren GSC-Anfragen steckt ein wesentlich größeres Thema.
Die Google Search Console hatte die Spur gezeigt. Das Keyword-Werkzeug half anschließend dabei, ihr tatsächliches Potenzial einzuschätzen.
Danach folgte die Prüfung bei Google
Suchvolumen und Schwierigkeitswerte allein reichen für eine Entscheidung nicht aus.
Deshalb suchte ich die beiden wichtigsten Begriffe direkt bei Google:
- „Urlaub am Thüringer Meer“
- „Thüringen Urlaub am See“
Die Ergebnisse unterschieden sich deutlich.
Bei „Thüringen Urlaub am See“ zeigte Google Angebote und Informationen für ganz Thüringen. Dazu gehörten verschiedene Seen, Hotels, Ferienwohnungen und Buchungsportale.
Eine Seite, die nur das Thüringer Meer behandelt, würde diese breite Suche nur teilweise beantworten.
Bei „Urlaub am Thüringer Meer“ war die Lage anders.
Hier erschienen regionale Unterkünfte, Informationen über den Hohenwarte- und Bleiloch-Stausee sowie Seiten über Orte und Urlaubsmöglichkeiten am Thüringer Meer.
Und dann kam die eigentliche Überraschung:
Der vorhandene Ausflugsbeitrag von lothra.de stand bereits auf der ersten Google-Seite.
Er erreichte diese Platzierung, obwohl „Urlaub am Thüringer Meer“ weder sein Hauptthema noch sein Hauptkeyword war.
Damit bestätigte Google sehr deutlich, was die Search Console zuvor angedeutet hatte: Die Website wird für dieses Thema bereits als passend angesehen.
Warum der bestehende Beitrag nicht einfach erweitert wird
Nun stellte sich die nächste Frage:
Soll der vorhandene Beitrag über Ausflugsziele um einen großen Urlaubsabschnitt ergänzt werden? Oder verdient das Thema eine eigene Seite?
Für eine eigene Seite sprachen mehrere Gründe.
Der bestehende Beitrag beantwortet die Frage:
Was kann man am Thüringer Meer unternehmen?
Der neue Beitrag soll eine andere Frage beantworten:
Warum lohnt sich ein Urlaub am Thüringer Meer und für wen passt die Region?
Auf der neuen Seite können deshalb andere Inhalte im Mittelpunkt stehen:
- die Besonderheiten der Region
- Urlaub zwischen Wasser und Wald
- die Unterschiede zwischen Hohenwarte- und Bleiloch-Stausee
- geeignete Reisezeiten
- Ruhe und Natur
- Baden, Wandern und Schifffahrt
- Orte am Thüringer Meer
- Übernachtungsmöglichkeiten
- ehrliche Hinweise zur Anreise und Mobilität
Beide Beiträge gehören zusammen. Sie erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben.
Der Beitrag über Ausflugsziele hilft bei der Planung einzelner Unternehmungen.
Der Beitrag über Urlaub am Thüringer Meer soll zunächst Interesse an der gesamten Region wecken.
So entstand aus GSC-Daten eine neue Seitenidee
Der gesamte Arbeitsablauf lässt sich in wenigen Schritten zusammenfassen.
1. Eine einzelne Seite auswählen
Die Auswertung begann nicht mit der gesamten Website.
In der Google Search Console wurde nur ein vorhandener Beitrag betrachtet. Dadurch ließ sich genauer erkennen, wofür Google diese Seite bereits einordnet.
2. Mehrere Zeiträume vergleichen
Ein einzelner Zeitraum zeigt nur den aktuellen Stand.
Der Vergleich über sechs Monate zeigte die langfristige Entwicklung. Der Vergleich über 28 Tage machte dagegen die saisonalen Veränderungen sichtbar.
3. Nicht bei Klicks und Impressionen aufhören
Die Gesamtzahlen erklärten, wie sich die Seite entwickelt hatte.
Das neue Thema zeigte sich aber erst in den Suchanfragen.
4. Ähnliche Suchanfragen zusammen betrachten
Eine einzelne Urlaubsanfrage wäre noch kein ausreichender Hinweis gewesen.
Mehrere ähnliche Formulierungen zeigten jedoch dieselbe Richtung. Dadurch entstand eine erkennbare neue Suchabsicht.
5. Das Suchvolumen prüfen
Die Google Search Console zeigt nicht das gesamte monatliche Suchvolumen.
Ein zusätzliches Keyword-Werkzeug half dabei, die Größe des Themas und die mögliche Konkurrenz einzuschätzen.
6. Die Google-Ergebnisse ansehen
Erst die normale Google-Suche zeigte, welche Inhalte tatsächlich auf der ersten Seite stehen.
Dabei wurde auch sichtbar, dass „Urlaub am Thüringer Meer“ wesentlich besser zur geplanten Seite passt als das breitere Keyword „Thüringen Urlaub am See“.
7. Zwischen Ergänzung und neuer Seite entscheiden
Nicht jedes neue Thema benötigt eine eigene URL.
In diesem Fall waren die Suchabsichten aber klar genug getrennt. Deshalb kann der bestehende Ausflugsbeitrag erhalten bleiben. Die neue Urlaubsseite bekommt eine eigene Aufgabe.
Woran lässt sich ein solcher Diamant erkennen?
Ein mögliches neues Thema fällt besonders auf, wenn mehrere dieser Punkte zusammenkommen:
- Eine vorhandene Seite erscheint für unerwartete Suchanfragen.
- Mehrere Formulierungen drehen sich um dieselbe Frage.
- Die Suchanfragen passen zur Website und zu ihrem Angebot.
- Google zeigt die Seite bereits auf brauchbaren Positionen.
- Das Thema lässt sich nicht vollständig im bestehenden Beitrag beantworten.
- Die Google-Ergebnisse bestätigen eine klare Suchabsicht.
- Das Suchvolumen rechtfertigt einen eigenen Beitrag.
Ein einzelner Wert entscheidet dabei nicht.
Erst das Zusammenspiel aus GSC-Daten, Keyword-Prüfung und Google-Ergebnissen macht aus einer Auffälligkeit eine belastbare Idee.
Was die Google Search Console dabei leisten kann
Die Google Search Console erstellt keine fertige Themenplanung.
Sie sagt auch nicht automatisch, welcher Beitrag als Nächstes geschrieben werden sollte.
Sie zeigt aber, welche Verbindung Google zwischen vorhandenen Inhalten und den Suchanfragen der Menschen bereits herstellt.
Darin liegt ihr besonderer Wert.
Ein Keyword-Werkzeug beginnt mit einem Begriff, den man selbst eingibt. Dafür muss die Idee bereits vorhanden sein.
Die Google Search Console kann dagegen Hinweise auf Themen zeigen, an die vorher noch niemand gedacht hat.
Die besten Chancen liegen deshalb manchmal schon offen in den vorhandenen Daten.
Man muss sie nur erkennen, prüfen und sinnvoll weiterentwickeln.
Fazit: Neue Blog-Themen müssen nicht geraten werden
Bei dieser Auswertung war kein neuer Beitrag geplant.
Untersucht werden sollte lediglich, warum ein bestehender Beitrag langfristig stark gewachsen war und in den letzten Wochen etwas weniger Besucher erhielt.
Die Antwort auf diese Frage war schnell gefunden.
Doch die Suchanfragen zeigten noch etwas anderes: Google verband die Website bereits mit dem Thema „Urlaub am Thüringer Meer“.
Danach bestätigten das Keyword-Werkzeug und die Google-Ergebnisse das Potenzial. Aus einem kleinen Hinweis entstand eine konkrete neue Seitenidee.
Genau deshalb lohnt es sich, in der Google Search Console nicht nur auf Klicks und Impressionen zu schauen.
Die eigentlichen Diamanten liegen häufig eine Ebene tiefer.
Sie stehen in den Suchanfragen und warten darauf, richtig eingeordnet zu werden.
Was zeigt Ihre Google Search Console?
Viele Zahlen in der Google Search Console wirken auf den ersten Blick unscheinbar. Erst im Zusammenhang wird sichtbar, welche Seiten bereits wachsen, wo Suchanfragen nicht zum Inhalt passen und welche neuen Themen sich daraus ergeben können.
Bei einer kompakten Website-Analyse werte ich diese Daten aus und zeige, welche Hinweise für die nächsten sinnvollen Schritte wichtig sind.
So entsteht keine beliebige Liste mit weiteren Aufgaben. Es entsteht eine klare Reihenfolge auf Grundlage der Daten, die bereits vorhanden sind.